Nachschlagen & verstehen

Chart-Lexikon

Was die Linien und Begriffe beschreiben, und wo ihre Aussage endet. Technische Analyse betrachtet Kurs- und Handelsdaten. Sie beantwortet allein weder die Frage nach dem Wert einer Firma noch nach einer passenden Anlage für dich.

Noch neu beim Thema? Beginne mit Zielen, Streuung, Bewertung und Kosten. Damit lassen sich Unternehmensideen einordnen, bevor du Chartmuster betrachtest.

So liest du den Radar: Die technischen Urteile entstehen nach festen Regeln aus den Kursdaten. „Bullisch“, „neutral“ und „bärisch“ sind Zusammenfassungen dieser Regeln, keine gemessenen Gewinnwahrscheinlichkeiten. Mehrere Indikatoren nutzen dieselben Kurse und sind deshalb keine unabhängigen Beweise.

Die Skizzen sind fiktive Lehrbeispiele. Quellen zuletzt geprüft am 08.09.2026; Angaben zur Berechnung im Radar beschreiben unsere eigene Umsetzung.

Trend & Trendfolge

höhere Tiefs = Aufwärtstrend

Fiktives Schema · keine echten Kursdaten

Was es bedeutet

Ein Aufwärtstrend beschreibt eine Folge höherer Zwischenhochs und Zwischentiefs. Bei einem Abwärtstrend liegen sie zunehmend tiefer; seitwärts bewegte Kurse bilden eine Handelsspanne. Der betrachtete Zeitraum gehört immer zur Beschreibung.

Was daraus nicht folgt

Ein kurzfristiger Anstieg kann innerhalb eines längerfristigen Rückgangs liegen. Das Muster beschreibt den bisherigen Verlauf und garantiert keine Fortsetzung.

Fidelity: Trends und Zeithorizonte ↗

Gleitende Durchschnitte (SMA50/200)

SMA glättet

Fiktives Schema · keine echten Kursdaten

Was es bedeutet

Ein einfacher gleitender Durchschnitt (SMA) ist der Mittelwert einer festgelegten Anzahl von Kursen. Hier werden die letzten 50 beziehungsweise 200 Schlusskurse gleich gewichtet und als geglättete Linie dargestellt.

Was daraus nicht folgt

Die Linie reagiert verzögert. Sie enthält weder individuelle Käufe noch aktuelle Bestände: Ein Kurs über dem SMA200 belegt deshalb nicht, dass die Mehrheit der Anleger im Gewinn liegt.

Fidelity: Simple Moving Average ↗

Golden Cross & Death Cross

SMA50 kreuzt SMA200 nach obenSMA200

Fiktives Schema · keine echten Kursdaten

Was es bedeutet

Bei einem Golden Cross kreuzt der SMA50 den SMA200 von unten nach oben; ein Death Cross beschreibt die umgekehrte Kreuzung. Eine „Golden-Cross-Lage“ im Radar bedeutet lediglich, dass der SMA50 über dem SMA200 liegt.

Was daraus nicht folgt

Die Reihenfolge der Linien verrät nicht, wann sie sich gekreuzt haben. Beide Durchschnitte beruhen auf vergangenen Kursen; die Kreuzung ist weder eine Bestätigung künftiger Gewinne noch eine Kaufempfehlung.

Fidelity: Simple Moving Average ↗

RSI — Relative-Stärke-Index

70 — überkauft30 — überverkauft

Fiktives Schema · keine echten Kursdaten

Was es bedeutet

Der Relative-Stärke-Index (RSI) fasst Aufwärts- und Abwärtsbewegungen zu einem Wert zwischen 0 und 100 zusammen. Hier nutzt er 14 Handelstage; über 70 heißt traditionell „überkauft“, unter 30 „überverkauft“.

Was daraus nicht folgt

Diese Wörter beschreiben Kursdynamik, keine faire Unternehmensbewertung. In starken Trends kann der RSI lange extrem bleiben; ein hoher oder niedriger Wert liefert allein keinen verlässlichen Kauf- oder Verkaufszeitpunkt.

Fidelity: Relative Strength Index ↗

MACD

Abstand zur Signallinie

Fiktives Schema · keine echten Kursdaten

Was es bedeutet

Die MACD-Linie ist die Differenz zweier exponentiell geglätteter Kursdurchschnitte, hier über 12 und 26 Tage. Eine weitere Glättung über 9 Tage bildet die Signallinie; das Histogramm zeigt den Abstand beider Linien.

Was daraus nicht folgt

Ein Kreuz oberhalb oder unterhalb der Signallinie ist eine Interpretation vergangener Kursdynamik. In Seitwärtsphasen kann die Richtung häufig wechseln, ohne dass ein tragfähiger Trend entsteht.

Fidelity: MACD ↗

VWAP — volumengewichteter Durchschnittspreis

Anker: z. B. Earnings-Taggewichteter DurchschnittskursAnker und Handelsvolumen prägen die Linie

Fiktives Schema · keine echten Kursdaten

Was es bedeutet

Der VWAP gewichtet Preise nach dem gehandelten Volumen. Unser verankerter VWAP beginnt an einem festgelegten Datum und nutzt eine Näherung aus Tages-Hoch, Tages-Tief und Schlusskurs, gewichtet mit dem Tagesvolumen.

Was daraus nicht folgt

Er beschreibt Handelsumsätze, nicht die Einstandspreise der heutigen Aktionäre. Ein Kurs darüber belegt weder deren Gewinne noch Käufe durch bestimmte Anlegergruppen; ein anderer Anker verändert die Linie.

Fidelity: VWAP-Definition und Berechnung ↗

52-Wochen-Hoch und -Tief

52-Wochen-HochAbstand zum Hoch

Fiktives Schema · keine echten Kursdaten

Was es bedeutet

Ein 52-Wochen-Hoch beziehungsweise -Tief ist der höchste beziehungsweise niedrigste Kurs dieses Zeitraums. Im Radar werden dafür die Schlusskurse des verfügbaren Jahresfensters verwendet; zwischenzeitliche Tagesextreme sind nicht enthalten.

Was daraus nicht folgt

Ein großer Abstand zum Hoch bedeutet nicht automatisch eine günstige Bewertung. Die Marke allein erklärt weder den wirtschaftlichen Zustand der Firma noch, warum sich ihr Kurs verändert hat.

Fidelity: 52-Week High und Low ↗

Kurslücken & Earnings-Sprünge

Gapz. B. über Nacht nach Earnings

Fiktives Schema · keine echten Kursdaten

Was es bedeutet

Eine Kurslücke entsteht, wenn im Chart zwischen Preisbereichen kein Handel dargestellt ist, etwa zwischen einem Handelsschluss und der nächsten Eröffnung. In der Skizze springt der Kurs nach oben.

Was daraus nicht folgt

Eine Lücke legt nicht fest, in welche Richtung der nächste Kurs läuft. Ein Linienchart aus Schlusskursen zeigt außerdem nicht sämtliche Preise, zu denen innerhalb eines Tages gehandelt wurde.

Fidelity: Chartmuster und Kurslücken (PDF, englisch) ↗

Pullback & Konsolidierung

Rücksetzer bis zum Durchschnitt

Fiktives Schema · keine echten Kursdaten

Was es bedeutet

Ein Pullback ist eine Gegenbewegung zu einer vorausgegangenen Kursbewegung. Im Radar meint der Begriff einen Rücksetzer nach einem Anstieg; eine Konsolidierung beschreibt eine Phase seitwärts laufender Kurse.

Was daraus nicht folgt

Während eines Rückgangs steht noch nicht fest, ob eine kurze Pause oder eine längere Trendwende folgt. Das Wort „Pullback“ macht einen niedrigeren Kurs nicht zu einer günstigen Einstiegsgelegenheit.

Fidelity: Trends und Zeithorizonte ↗

V-förmige Erholung

scharfe Wende ohne Boden-Bildung

Fiktives Schema · keine echten Kursdaten

Was es bedeutet

Mit „V-Erholung“ beschreiben wir einen steilen Rückgang, auf den ein steiler Anstieg folgt. In der schematischen Zeichnung entsteht dabei die Form eines V; das ist eine Beschreibung der Kurve.

Was daraus nicht folgt

Die Form erklärt weder den Auslöser noch die weitere Richtung. Durchschnitte können dabei noch vom vorherigen Rückgang geprägt sein, weil ältere Kurse weiter in ihre Berechnung eingehen.

Fidelity: Simple Moving Average ↗

Unterstützung & Widerstand

WiderstandUnterstützung

Fiktives Schema · keine echten Kursdaten

Was es bedeutet

Unterstützung bezeichnet einen Bereich, an dem fallende Kurse zuvor wieder nach oben drehten. Widerstand beschreibt das Gegenstück bei steigenden Kursen. Solche Bereiche sind eine charttechnische Interpretation von Angebot und Nachfrage.

Was daraus nicht folgt

Eine beobachtete Zone ist keine feste Preisgrenze. Sie kann durchbrochen werden und garantiert weder eine Umkehr noch die Ausführung einer Order zu diesem Preis.

Fidelity: Unterstützung und Widerstand ↗